Gehörlosen- und Blindenbildung in Linz
1811
Michael Reitter, Kaplan aus der Kapuzinerpfarre, unterrichtet in seiner Firmgruppe die taubstumme Elisabeth Beham. Er erkennt, dass das Mädchen nicht schwachsinnig, sondern taubstumm ist und lernt Elisabeth das Schreiben und Rechnen. Da er keine Ausbildung auf diesem Gebiet hat, absolviert er eine Ausbildung am Taubstummeninstitut in Wien. Schnell sind es vier gehörlose Kinder, die er im Kapuzinerkloster betreut.
1823
Josef Engelmann, der Spiritual des Ursulinenklosters, beginnt mit dem Unterricht von 4 blinden Kindern.
1824
Nach einer öffentlichen Prüfung der blinden Kinder wird die Schule im Ursulinenkloster zur privaten Blindenanstalt erklärt.
Der gute Ruf der "Taubstummenschule" in Linz lässt die Schülerzahlen steigen, so wird 1824 das ehemalige Pestlazarett aufgestockt und bekommt ein neues Dach.
1827-1846
Oftmaliger Ortswechsel der Blindenschule.
1878
2. Anstaltserweiterung
Im Osten wird ein Zubau errichtet, in den unteren Geschoßen werden die Wirtschaftsräume untergebracht, darüber eine großzügige Kapelle. Alle Kinder können nun im Internat untergebracht werden.
1901
Zwischenkriegsjahre
Jede LehrerIn bekommt sein eigenes Klassenzimmer, ein Turnsaal wird eingerichtet und im Garten wird ein Spielplatz für die Kinder gebaut.
1938
Das Glück stand dem damaligen Direktor Pate, denn ein Trefferanleihelos der Anstalt, das 1938 erworben worden war, machte mit 200.000,- Schilling einen Haupttreffer. So konnte man noch rasch und rechtzeitig vor einer drohenden Bebauung durch Neubauten eine Wasserleitung installieren und mit dem Erweiterung im Westen beginnen.
1939 - 1945
Der damalige Direktor der Taubstummenanstalt stellt der Gauleitung das Gebäude in der Kapuzinerstraße zur Verfügung. Es wird als Lazarett verwendet. LehrerInnen und SchülerInnen übersiedeln in das Kurhaus nach Gallspach. Damit ist das Überleben der gehörlosen SchülerInnen gesichert. Am 31. März 1945 wird das Schulgebäude von Bomben getroffen und schwer beschädigt.
Das Blindeninstitut in der Blumauerstraße wird geschlossen. Dir. Dr. Gruber kommt in das Konzentrationslager Gusen, wo er am Karfreitag des Jahres 1944 stirbt. Die blinden Kinder kommen ins Institut Hartheim ....
1945
Rückkehr der Taubstummenanstalt nach Linz in die Schule in der Kapuzinerstraße.
ab 1945
Sehbeeinträchtigte Kinder werden im Bundes-Blindenerziehungsinstitut in Wien unterrichtet.
1951-1954
1984:
Erstmals werden sinnesbeeinträchtigte Kinder an Regelschulen integriert.
1987:
Errichtung einer Klasse für sehbeeinträchtigte Kinder an der Landes-Lehranstalt für Hörgeschädigte in Linz. Die sehbeeinträchtigten Kinder müssen nun nicht mehr nach Wien zur Schule fahren. Danach wird auf 4 Sehbeeinträchtigtenklassen erweitert.
1993
Die ambulante Betreuung sinnesbeeinträchtigter Kinder wird im Pädagogischen Zentrum für Sinnesbeeinträchtigte neu organisiert.
1996/97
Die präventive Integration – Integration an Sonderschulen – wird als Schulversuch durch Androsch Gertrude, Gusenbauer Erich, Kitzmantel Sylvia und Michaela Lauth erfolgreich eingeführt und jedes Jahr erweitert, bis heute in den Hauptschul- bzw. Mittelschulbereich.
2013
Wir werden NEUE MITTELSCHULE!
2016
2017
September 2017 bis März 2018: Durch die Aktivitäten der Bürgerinitiative "Zukunft Klostergarten" mit Erich Gusenbauer und Irene Mühlbach wird das Hochhausprojekt im Klostergarten vorläufig verhindert. Mehr als 3000 Menschen unterstützen unsere Schule! Schlussendlich wird das Kapuzinerkloster saniert, erweitert und der Klostergarten neu gestaltet.
2019
Durch intensives Engagement des Elternvereines, Protestaktionen von Eltern, Schülerinnen und Schülern in Wien am Heldenplatz und vor dem Bildungsministerium und durch den Einsatz vieler Lehrkräfte konnte das Ende der integrativen Klassen an Sonderschulen verhindert werden. Nach eineinhalb Jahren unermüdlicher Kämpfe wurden die Inklusionsklassen schließlich vom Schulversuch ins Regelschulwesen übernommen!























